Anfang – Ende – und wieder von vorn

Jetzt haben wir gerade einen sehr bewegenden Film gesehen. Mitten in der Woche, zum „Abhängen“, mal was Leises. „Das Ende ist mein Anfang“, mit Bruno Ganz.

Ein Film voller Stille, eindringlicher, finaler und mitteilsamer kann Stille kaum sein kann. Bewegend gespielt, gefilmt, erzählt.

„Die wahre Entscheidung ist die, du selbst zu sein. Wenn du dich an den Gedanken gewöhnst oder bestimmte Übungen in der Richtung machst, wenn du darüber nachdenkst – nachdenkst! – dann wirst du erkennen, dass jedes Verlangen eine Form von Sklaverei ist. Denn je heftiger du verlangst, desto mehr begrenzt du dich.“ Ein Zitat aus dem diesem Film zugrunde liegenden Buch über den „Spiegel“-Korrespondenten Tiziano Terzani.

Da kommen dir dann plötzlich Erinnerungen an deine Kindheit, deine Stationen – die erreichten, die gewünschten, die möglichen. Du erinnerst dich an Bücher und Gedichte, die du über den ewigen Zyklus des Lebens gelesen hast. Zeilen, die dich prägten, prägen. Das Alleinsein, aber auch das Miteinander sein. Mir fallen Gedichte über das Werden und Vergehen ein, wie sie Hermann Hesse schrieb. Das Alleinsein in der Nähe, wie zum Beispiel beschrieben „im Nebel“:

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Das ist traurig und wahr, aber auch ermutigend und klar. Auch wenn der Nebel fällt, kann man wissen um die anderen, die einen umgeben. Und bevor man sich aus den Augen verliert, lassen sich Verbindungen knüpfen, die viele viele Stationen überdauern können. Anfänge und Enden – natürlich ist man irgendwie allein, letztlich. Aber eigentlich doch nicht. Wenn man es will und zulässt.

 

 

 

 

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Über DerJoerg

Beobachtungen zu den Themen Marke, Kommunikation, Leben
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